Sie halten einen Vortrag auf einer Konferenz? Hier sind 10 Dinge, die sich der Organisator von Ihnen wünscht.

Mark Walker ist Leiter des Content Marketings bei Eventbrite UK. Seine Aufgabe ist es, Menschen dabei zu helfen, Veranstaltungen zu planen, sowie zu managen und das Beste aus ihnen herauszuholen. Hier gibt er Ihnen einen Einblick in seine Erfahrungen, was beim Präsentieren auf einer Konferenz zu beachten ist.

Es ist eine Ehre und ein Privileg gebeten zu werden, einen Vortrag auf einer Konferenz zu halten. Wenn sich aber der entscheidende Tag nähert und der Arbeitsalltag sowie die normalen Pflichten Überhand nehmen, geraten die positiven Seiten eines Konferenzvortrags oftmals in Vergessenheit.

Möglicherweise sehen Sie den Vortrag als eine von vielen Aufgaben an, die Sie so schnell und schmerzfrei wie möglich hinter sich bringen möchten – mit der Einstellung „gut genug“ ist ausreichend. Wenn Sie sich jedoch gerade so durchwurschteln, ist es leider wahrscheinlich, dass Ihre Präsentation nicht im persönlichen Lob für das Präsentieren Ihrer Marke und mit dem Aufschwung, den Ihr Unternehmen durch Ihre Vordenkerposition erleben könnte, endet, sondern stattdessen mit einem negativen Beigeschmack.

Das ist natürlich kein wünschenswertes Ergebnis – und es ist auch nicht das, was sich der Organisator der Konferenz vorstellt! Folgen Sie daher diesen einfachen Schritten. Wenn Sie dies tun, werden Sie mit Ihrer Präsentation einen Volltreffer landen und die Bühne mit jeder Menge Markenkapital und begleitet von tosendem Applaus verlassen.

1. Lesen Sie die Redner-Anweisungen.

Die meisten Konferenzorganisatoren stellen eine Kurzanweisung oder einen Leitfaden für die Redner zusammen, um ihnen alle entscheidenden Informationen über die Veranstaltung zukommen zu lassen. Darin enthalten sind Informationen über das Publikum, das Leitthema der Veranstaltung sowie der vereinbarte Titel und Inhalt Ihres Vortrags.

Wenn sich die Organisatoren die Zeit genommen haben, dieses Dokument für Sie zu erstellen, sind sie Ihnen sehr dankbar, wenn Sie es lesen! Mit all diesen Informationen im Hinterkopf werden Ihnen die folgenden Schritte noch leichter fallen.

2. Seien Sie pünktlich – im Idealfall sogar überpünktlich.

Wenn Sie der Hauptredner auf einer Branchenkonferenz sind, dann sind Sie höchstwahrscheinlich eine vielbeschäftigte Person. Erscheinen Sie jedoch erst 30 Sekunden vor dem Ihrem Vortrag zugewiesenen Zeitfenster, wird der Organisator kurz vor einem Herzinfarkt stehen.

Wenn Sie stattdessen früh ankommen, geben Sie sich selbst die Möglichkeit, Ihren Vortrag so vorzubereiten, dass Sie ihn mit Ruhe, Selbstbewusstsein und Fokus auf der Bühne präsentieren können.

Unter idealen Umständen würden sich die Organisatoren wünschen, dass Sie 10 oder sogar 30 Minuten vor Beginn Ihrer Präsentation anwesend sind. Geben Sie sich also Mühe pünktlich zu sein. Und falls Sie unsicher sind, für wann Ihr Vortrag eingeplant ist, lesen Sie die Redneranweisungen!

3. Nehmen Sie keine kurzfristigen technischen Änderungen vor.

Wenn Sie zwei Minuten vor Vortragsbeginn mit einem neuen Folienstapel oder Video erscheinen, führt dies in fast jedem Fall zu einem Fiasko. Sie sollten in der Tat jegliche Art von Interaktivität oder Rich Media, die in Ihrer Präsentation enthalten sind, im Vorfeld mit dem Organisator vor Ort durchgehen.

Daher mag es nötig sein, dass Sie bereits vor Veranstaltungsbeginn erscheinen, damit Sie die Pause vor Ihrem Vortrag für eine schnelle „technische Generalprobe“ nutzen können. Eine gute Faustregel ist: „Wenn etwas schiefgehen könnte, wird es wahrscheinlich schiefgehen.“ Dies wird Sie dazu veranlassen, lieber doppelt und dreifach zu checken, dass alles reibungslos funktioniert.

4. Verlieren Sie nicht den roten Faden.

Das Abschweifen vom eigentlichen Kernpunkt Ihrer Präsentation ist der schnellste Weg, die Aufmerksamkeit Ihres Publikums zu verlieren. Weitläufige Konversationen sind wunderbar, wenn Sie ein lockeres Gespräch in kleiner Runde führen, aber im Kontext eines Vortrags vor einem großen Publikum zahlt es sich nicht aus, den roten Faden zu verlieren.

Egal, ob Sie für 15 Minuten oder eine Stunde auf der Bühne stehen: Bleiben Sie relevant. Geschichten, Metaphern, Beispiele, Witze, Bilder, Videos und andere Hilfsmittel sind eine hervorragende Möglichkeit, Ihren Vortrag interessant zu halten – aber stellen Sie sicher, dass diese im klaren Bezug zu Ihren entscheidenden Inhaltspunkten stehen.

5. Halten Sie sich an das Ihnen zugeteilte Zeitfenster.

Auf Konferenzen herrscht jede Menge Betrieb mit fortlaufenden Vorträgen und relativ kurzen Pausen dazwischen. Wenn jeder Redner sein Zeitfenster auch nur um 5 Minuten überschreitet, kann dies den ganzen Tagesablauf auf den Kopf stellen.

Es ist mir durchaus untergekommen, dass Redner das Doppelte der ihnen zugeteilten Zeit in Anspruch nahmen und den im Hintergrund des Veranstaltungssaals wild gestikulierenden Moderator entschlossen ignorierten. Werden Sie nicht zu einem dieser Redner! Dieses Verhalten ruiniert nicht nur die Agenda des Organisators, sondern ist außerdem respektlos gegenüber den anderen Vortraggebenden und dem Publikum.

Die beste Weise sicherzustellen, dass Ihre Präsentation die korrekte Länge hat, ist üben, üben, üben. Achten Sie außerdem auf Hinweise des Organisators, die Ihnen dabei helfen, im angemessenen Tempo zu präsentieren.

6. Seien Sie enthusiastisch!

Sie können es sich nicht leisten, beim Vermitteln Ihres Vortrags lethargisch zu sein – es sei denn, Sie möchten Ihr Publikum zum Einschlafen bringen.

Gestalten Sie Ihre Inhalte interaktiver und überzeugen Sie Ihr Publikum.

Ganz egal, wie früh am Morgen es nach einer langen Nacht gefüllt mit Networking auch sein mag, seien Sie von Ihrem Thema begeistert. Erfreuen Sie sich daran, auf der Bühne zu stehen und Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen teilen zu können. Lächeln Sie! Erzählen Sie einen Witz. Seien Sie menschlich und Sie werden merken, wie das Publikum positiv auf Sie reagiert.

7. Beziehen Sie das Publikum mit ein.

Bei manchen öffentlichen Vorträgen – im Besonderen vor einem sehr großen Publikum voll mit hochgebildeten Fremden – kann es leicht passieren, dass man sich von der Situation distanziert und vorgibt, das Publikum sei eine statische Kulisse.

Dies ist jedoch keine gute Methode, Ihre Zeit auf der Bühne anzugehen. Je mehr Sie Ihr Publikum in Ihre Präsentation miteinbeziehen, desto mehr Energie und Aufmerksamkeit wird es Ihnen im Gegenzug zukommen lassen.

Ob Sie dies durch das Stellen von Fragen wie „Können Sie bitte Ihre Hand heben, falls…“ oder das Nutzen eines interaktiven Hilfsmittels für Publikumsumfragen wie z. B. Sli.do tun – der sicherste Weg zum Abliefern eines einprägsamen Vortrags ist, mit Ihrem Publikum zu sprechen anstelle von vor ihm.

Falls Sie Ideen haben, wie Sie Ihre Präsentation interaktiver gestalten können, sprechen Sie im Vorfeld mit den Organisatoren, so dass diese darauf vorbereitet sind und Ihnen, falls nötig, mit der logistischen Planung helfen können.

8. Versuchen Sie, Wissen zu vermitteln anstatt zu verkaufen.

Nur weil Ihr Unternehmen vielleicht Sponsor einer Veranstaltung ist, bedeutet dies nicht, dass Sie Ihrem Publikum Ihr Sales-Pitch unter die Nase reiben müssen. Ihre Zuschauer werden es Ihnen nicht danken – genauso wenig wie Ihr Chef, wenn Sie letztendlich rein gar nichts verkaufen, weil Sie Ihrem Zielpublikum auf die Nerven gegangen sind!

Anstelle darauf zu fokussieren, wie großartig Ihr Unternehmen/Produkt/Service ist, sollten Sie mit dem Organisator darüber sprechen, welche Wissensbedürfnisse Ihr Publikum hat (oder lesen Sie den Leitfaden für Redner). Teilen Sie dann während Ihres Vortrags die Einsichten, die wirklich wertvoll sind. Die Zuschauer können nach der Präsentation auf Sie zukommen, um mehr über Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung zu erfahren, nachdem Sie sie als Vordenker vom Hocker gerissen haben.

9. Kritisieren Sie nicht.

Ist der Saal nicht ganz so gefüllt, wie Sie es erwartet haben? Vielleicht sind Sie der letzte Redner des Tages oder Ihr Vortrag ist der erste nach/letzte vor der Mittagspause. Fakt ist: Das „perfekte“ Zeitfenster für Vorträge existiert nicht.

Ihrem Publikum zu sagen, wie gering die Zahl der Anwesenden ist oder wie schwierig es ist, die Aufmerksamkeit einer Zuschauermenge aufrecht zu erhalten oder wie enttäuscht Sie über eine technische Panne sind, ist jedoch ein absolutes Tabu.

Ihre Beschwerden werden nicht nur dazu führen, dass Sie mit Sicherheit nicht wieder als Redner eingeladen werden, sondern auch dazu, dass die Aufmerksamkeit Ihrer Zuschauer auf genau die Dinge gelenkt wird, die Sie sie zu ignorieren wünschen.

Das Beste ist, alles, was Sie irritiert, zu ignorieren und Ihre Präsentation mit Elan in Angriff zu nehmen. Wenn Sie etwas wirklich stört, können Sie es im Nachhinein in einem privaten Gespräch mit dem Organisator anbringen.

10. Bleiben Sie auch nach Ihrem Vortrag anwesend.

Sobald Sie mit einem inneren Seufzer der Erleichterung und dem Gefühl „Ja, ich hab es gemeistert!“ die Bühne verlassen, bedenken Sie noch einen wichtigen Punkt: Bleiben Sie anwesend!

Zu viele Redner beenden Ihren Vortrag und eilen dann zum Flughafen oder ziehen sich in Ihr Hotelzimmer zurück, um Ihren E-Mail-Berg abzuarbeiten. Wenn Sie dies tun, verpassen Sie einen der wertvollsten Aspekte der Veranstaltung: Networking.

Man kann nie wissen, wie viele fantastische Geschäftsverbindungen sich einem nach einem erfolgreichen Vortrag auftun – von potentiellen Neukunden hin zu möglichen Mitarbeitern, die gerne für Sie arbeiten würden (oder Arbeitgebern, die Sie gerne einstellen möchten).

Veranstaltungsteilnehmer werden die Gelegenheit auch dazu nutzen möchten, Ihnen ihre Visitenkarten zu übergeben oder um Fragen zu stellen. Und der Organisator wäre natürlich begeistert, wenn sein Star-Redner sich unter die Zuschauer mischt.

Kurz gesagt…

Wenn Sie also einen großartigen Vortrag halten, zu weiteren Branchenveranstaltungen eingeladen und den Wert dessen, was Sie aus diesen gewinnen, maximieren möchten, lassen sich die oben aufgeführten 10 Punkte zu Folgendem zusammenfassen:

Seien Sie vorbereitet, respektvoll und enthusiastisch.

Wenn Sie das schaffen, werden Sie Erfolg auf ganzer Linie haben.

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